Was viele nicht wissen: Es trifft die gesamte Textilausbildung der Zentralschweiz
Ich habe meine Ausbildung als Bekleidungsgestalterin bei LU Couture gemacht. Dort habe ich viele Skills gelernt, die heute die Basis meiner Arbeit als Designerin und Unternehmerin sind: genau hinschauen, sauber konstruieren und ein Produkt von der Idee bis zum fertigen Stück denken.
LU Couture ist aber mehr als meine persönliche Geschichte. Der Betrieb ist enorm wichtig für die Schweizer Textilbranche. Viele Berufe, die in der Schweiz gebraucht werden, setzen eine Ausbildung als Bekleidungsgestalterin als Grundlage voraus. Und das ist gut und wichtig so. Schneiderei ist ein Handwerk. Wer in einer Schweizer Textilfirma Produkte entwickeln soll, muss wissen, wie genäht werden kann.
Was viele nicht wissen: Mit LU Couture verschwindet nicht einfach ein Betrieb. Mit LU Couture verschwindet auch die Berufsschule. Und das löst eine ganze Kette von Folgen aus. Fast alle anderen Lehrateliers in der Zentralschweiz sind auf diese Berufsschule angewiesen. Ohne sie können auch sie nicht mehr ausbilden. Lernende verlieren ihren Ausbildungsplatz, Ausbildnerinnen ihre Aufgabe, und Betriebe der Textilbranche finden in Zukunft keine Fachkräfte mehr aus der Region. Die Schliessung trifft also nicht nur 29 Lernende, sondern die gesamte Textilausbildung der Zentralschweiz.
Ich unterschreibe diese Petition, weil es Alternativen zur Schliessung gibt, die ernsthaft geprüft werden müssen. Andere Finanzierungsmodelle, Partnerschaften mit der Branche oder eine Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinweg: All das gehört auf den Tisch, bevor entschieden wird. Denn was einmal weg ist, kommt nicht zurück. Eine Berufsschule, erfahrene Lehrpersonen und ein gesamtes Handwerk, lassen sich nicht einfach wieder aufbauen, wenn man den Verlust später bereut.
